Das Cabinett des Dr. Caligari



RE:
Robert Wiene
DB: Carl Mayer, Hans Janowitz
KA: Willy Hameister
FA: Walter reimann, Walter Röhring, Hermann Warm
DA: Werner Krauss (Dr. Caligari), Conrad Veidt (Cesare), Lil Dagover (Jane), Friedrich Feher (Francis), Hans Heinrich von Twardowski (Alan), Rudolf Lettinger, Elsa Wagner, Ludwig Rex
PR: Decla-Film-Gesellschaft (1919)
PM: 27.02.1920

Inhalt der inneren Geschichte
Auf dem Jahrmarkt einer norddeutschen Kleinstadt kündigt Dr. Caligari Hypnosedemonstartionen mit seinem Medium Cesare an. Eine Rückblende erzählt, dass Caligari von einem Beamten beschimpft wurde. Am anderen Morgen fand man diesen Beamten ermordet. Der Film kehrt wieder zum Jahrmarktgeschehen zurück. Zwei Studenten, Alan und Francis, welche beide das gleiche Mädchen begehren, besuchen Caligaris Vorstellung. Caligari kündigt an, dass sein Medium dem Publikum Fragen nach der Zukunft beantwortet. Als Alan wissen will, wie lange er noch leben werde, bekommt er als Antwort: “Bis zum Morgengrauen!” Am nächsten Tag wird er tot aufgefunden. Sein Freund Francis verdächtigt sofort Caligari. Während Francis in der Nacht Caligaris Wohnwagen beobachtet und dort das Medium in einem Sarg liegen zu sehen meint, ist Dieser in Wirklichkeit gerade dabei, ins Schlafzimmer der jungen jane einzubrechen und sie im Auftrag Caligaris umzubringen. Doch dies gelingt ihm nicht. Er lässt die Waffe fallen und flieht mit dem schreienden Mädchen auf den Armen. Auf der Flucht stirbt das Medium, während das Mädchen überlebt und den Namen des Täters nennt. Erneut sucht Francis, diesmal in Begleitung der Polizei, Caligari auf und entdeckt, dass der Mann im Sarg eine Puppe war, die zur Tarnung diente. Verstärkt fällt der Verdacht auf Caligari. Dieser flieht und sucht in einem Irrenhaus unterschlupf. Francis, der ihm gefolgt ist, lässt sich beim Direktor melden und muss zu seinem Entsetzen entdecken, dass Dr. Caligari und der Irrenhausdirektor dieselbe Person sind. Der Student bekommt zusammen mit drei Anstaltsärzten heraus, dass Caligari seinen Medien mörderische Aufträge erteilt. Er besitzt ein Buch, in dem er einen solchen Fall beschrieben fand, den er dann nachahmt. Um den Direktor zu einem Geständniss zu zwingen, konfrontiert Francis ihn mit der Leiche des Mediums. Caligari verfällt in einen Ausfall und wird gefesselt.



Rahmenhandlung und veränderte Gesamtaussage

Im Garten eines Irrenhauses erzählt ein Patient seine Geschichte, der der inneren handlung entspricht. Nach Caligaris Festnahme setzt die Rahmenhandlung erneut ein und Francis, Cesare und das Mädchen sind als Patienten im Irrenhaus. Der Anstaltsdirektor untersucht Francis und wird von diesem für Caligari gehalten. Er erklärt seinen Zuhörern, dass die ganze Geschichte eine Wahnidee von Francis sei, den er heilen werde. Die Rahmenhandlung verändert die Bedeutung der inneren Handlung. Sie macht die Erzählung unglaubwürdig. Sie stürzt die gesamte Geschichte um, da man in der Wahrhaftigkeit der Geschichte verunsichert wurde. Sie ursprüngliche Aussage, dass Caligari ein wahnsinniger ist, wird durch die Rahmenhandlung umgedreht, so dass schliesslich Francis der Wahnsinnige ist.

Expressionismus im Film
Die Kulisse des Filmes verdeutlicht den Expressionismus sehr. Das gesamte Bühnenbild entspricht einer unnaturalitischen Alptraumversion. Alles ist irreal, gestaucht, kubistisch, schief und keinesfalls normal. Selbst bis in die Zwischentitel wurde die expressionistische Gestaltung fortgesetzt.
Wichtiger als die Lesbarkeit war der Ausdruck der Titel, der auf Hintergründen in verschiedenen Graustufen in Zackenschrift erscheint.

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