Mein Freund aus Faro

Der Debütfilm “Mein Freund aus Faro” von Nana Neul gewann dieses Jahr den Max-Ophüls Preis für “Bestes Drehbuch”. Der Film läuft am 30. Oktober in den Kinos an.

Ich selber hatte die Gelegenheit das Drehbuch vor der eigentlichen Produktion zu lesen, und bin deshalb umso mehr gespannt, wie dies umgesetzt wurde.

“Mein Freund aus Faro” ist eine Low-Budget Produktion, und manchmal tut es weh, wenn man in einem kleinen Programmkino einen großartigen Film sieht, der durchaus mehr Aufmerksamkeit verdient hat.

Auch wenn ich den Film selber noch nicht gesehen habe, das Drehbuch hat mir gefallen, und möchte hiermit auf diesen Film aufmerksam machen.

Zum Inhalt:
Mel (Anjorka Strechel) ist das einzige Mädchen in der Familie. Das fällt aber nicht weiter auf. Ihre Haare sind kurz und ihre Klamotten weit.
Das ewige Fragen nach dem Single-Dasein veranlasst Mel ihren portugiesischen Arbeitskollegen Nuno (Manuel Cortez) als Freund auszugeben, den die jungenhafte Mel dafür bezahlt. Das gelingt ihm so gut, dass er in Mels Familie aufgenommen wird.

Als Mel von der 14-jährigen Jenny (Lucie Hollmann) wirklich für einen Jungen gehalten wird, erfindet sie sich praktisch neu. Von nun an ist Mel der portugiesische Miguel, der sich für Jenny interessiert. Jenny denkt, sie hat ihre große Liebe getroffen.

Ein Spiel mit verschiedenen Identitäten, welches für viel Ärger und Verwirrung sorgt.

Die Begründung der Jury in der Pressemitteilung:
Vom Kino kann man lernen, dass man seinen Augen nicht immer trauen darf. Seinen Gefühlen erst recht nicht. Nur auf eines kann man sich verlassen: nichts ist wie es scheint. Die 14jährige Jenny läuft nachts vor ein Auto, bleibt unverletzt, verliert aber ihr Herz an den geheimnisvollen Jungen aus Portugal. Wir aber wissen, dass Miguel eigentlich Mel heißt und ein waschechtes Mädchen ist. Ehe man sich’s versieht, zieht uns die Autorin mit eindrucksvollen Bildern in ein Spiel der Verführung und Verwirrung der Geschlechter. Ohne ein schweres Drama zu sein, erzählt uns der Film die dramatische Suche nach Identität durch ein fein gezeichnetes Figurenensemble. Mit wenigen Worten wird hier viel gesagt. Dramaturgische Genauigkeit, sorgfältig gewählte und platzierte Motive ergeben ein geschlossenes Gesamtbild.

Die Überwindung der Ängste und das Bekenntnis zu sich selbst sind nicht nur Mels erster Schritt in die Wirklichkeit, sondern auch in dieFreiheit - und das Ende eines schönen Films.

www.meinfreundausfaro.de

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