Patrice Leconte - Le Batteur Du Bolero

Nach Jahren großer Filmerfolge kam Patrice Leconte 1992 nochmals zum Kurzfilm zurück und inszinierte “Le Batteur Du Bolero”.

Ein Orchester spielt Ravels Stück “Bolero”. Wer das Stück kennt (sollte man auch), weiß, dass das Thema etliche Male wiederholt wird und jeweils ein neues Musikinstrument das Thema übernimmt. Das Schlagzeug (bzw. die Snare Drum) spielt von Anfang bis zum Ende einen einfachen repetetiven unspektakulären Rythmus.

Für den Schlagzeuger (Jacques Villeret) eine Herausforderung: Er kämpft mit Müdigkeit, Langeweile und Frustration der Monotonie. Seine Konzentration lässt nach und kommt teilweise aus dem Ryhthmus.
Jacques Villerets zeigt eine tolle Leistung mit seinen Gesichtsausdrücken.
Sehr amüsant finde ich die Szene in der die Pauke einsetzt, welche den Schlagzeuger nervös und unruhig macht. Er schaut immer wieder auf die Paukenspielerin, als ob er das Gefühl hat, eine größere Trommel versucht ihn zu überschatten.


An sich finde ich die Idee und technische Umsetzung gut gelungen. Jacques Villeret überzeugt mit seiner schauspielerischen Leistung. Doch wieso muss der Zuschauer genauso wie der Schlagzeuger leiden? Wieso acht Minuten lang? Die Hälfte hätte durchaus gereicht. Es ist auf jedenfall amüsant den Schlagzeuger zu beobachten, doch verliert dies nach gewisser Zeit auch den Reiz.

“Le Batteur Du Boléro” war 1992 in der Kurzfilm-Auswahl von Cannes.

Über Patrice Leconte:

Geboren 1947 in Paris, wuchs Patrice Leconte in Tours auf. An der Pariser Filmhochschule IDHEC begann er 1968 sein Studium, das er 1969 mit einem Regiediplom abschloss. (Ich frage mich immernoch, wie das in einem Jahr möglich ist).

Leconte gab 1975 sein Regiedebüt mit einer Comic-Verfilmung. Es folgen Komödien und Satiren, ehe er sich mit “Die Spezialisten (1984)” und “Die Verlobung des Monsieur Hire (1988)” als einer der wichtigsten Regisseure Frankreich etablierte.

1997 für den Oscar nominiert (Ridicule) erschien 2000 seine Autobiographie mit dem Titel “Je suis un imposteur”.

2006 wurde “Les Bronzés 3 - Les Amis Pour La Vie” ein Hit in Frankreich, mit mehr als 10 Millionen Besuchern.

Filmographie (Auswahl):

2006
Mon meilleur ami (Mein bester Freund)
Les Bronzés 3 - Les amis pour la vie

2004
Dogora - Ouvrons Les Yeux

2003
Confidences Trop Intîmes (Intime Fremde)

2002
L’Homme Du Train (Das zweite Leben des Monsieur Manesquier)

2001
Rue De Plaisirs

2000
Felix et Lola
La Veuve De Saint-Pierre (Die Witwe von Saint-Pierre)

1999
La Fille Sur Le Pont (Die Frau Auf Der Brücke)

1996
Ridicule (Ridicule - Von Der Lächerlichkeit Des Scheins)

1993
Le Parfum D’Yvonne (Das Parfum Von Yvonne)
Tango (Tango Mortale)

1992
Le Battuer Du Bolero

1990
Le Mari De La Coiffeuse (Der Mann Der Friseuse)

1989
Monsieur Hire (Die Verlobung Des Monsieur Hire)

1986
Tandem (Ein Unzertrennliches Gespann)

1984
Les Specialistes (Die Spezialisten)

1979
Les Bronzés Font Du Ski (Sonne, Sex Und Schneegestöber)

1978
Les Bronzés (Die Strandflitzer)

1975
Les Veces Etaient Fermes De L’ Interieur

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