4:3 Format in Widescreen

Das derzeit aktuellstes Projekt “What a Witch” wurde ursprünglich im 4:3 Format auf DV gedreht, sollte jedoch im Widescreen Format erscheinen. Wie bei Film, wurden hierzu Hilfslinien eingeblendet:

Eingeblendete Hilfslinien

Wie auf dem Bild zu erkennen ist, steht der Bildschirm auf dem Kopf. Da der Kamera (Canon XL1S DV, DOP: Michael Franklin) diverse Linsen aufgesetzt wurden, war diese Konsequenz unvermeidbar. Im Schnitt wurde das Material schließlich um 180° gedreht, hat den Arbeitsvorgang jedoch unheimlich verzögert. Nicht zu empfehlen!

Doch das eigentliche Problem war, wie nun das 4:3 Material in ein 16:9 Projekt angelegt wird.

Da vor Beginn des Schnittes ein Projekt in ein Format angelegt werden muss, was nachträglich nicht mehr änderbar ist, sollte man sich die Lösungsansätze vorher gut überlegen. Man will ja nicht erst beim exportieren des fertigen Filmes festellen, dass man es falsch angegangen ist!

Natürlich denkt man sich: Einfach schwarze Balken oben und unten anlegen! Dachte ich auch, doch führt dies zu einer Beeinträchtigung! Das Bild ist nun zwar in Widescreen, doch ist das eigentliche Format immernoch in 4:3. Da Breitwandbildschirme immer mehr zum Standard werden, würde aufgrund des noch bestehenden 4:3 Formates das Bild folgendermaßen erscheinen:

Bildschirmansicht

Um dies zu umgehen, habe ich mich für eine Alternative entschieden. Am Beispiel mit Adobe Premiere Pro CS3:

Das Projekt legte ich im 16:9 Format an. Mit dem 4:3 Material erscheint das Bild im Monitor nun mit vertikalem Freiraum auf der linken und rechten Seite.

4:3 in Widescreen

Das Bild wird nun um 136 % skaliert, womit das Widescreen Format hergestellt ist.

4:3 in Widescreen

Der obere und untere Bildbreich ist nun abgeschnitten, ohne dass schwarze Balken drübergelegt werden. Somit würde das Bild bei einem Breitwandbildschirm das ganze Format ausfüllen. Hinzu kommt noch der Vorteil, dass der Bildausschnitt in vertikaler Ausrichtung variiert werden kann.

4:3 in Widescreen

Der Nachteil: Durch die Skalierung um 136 % leidet ein wenig die Schärfe des Bildes. Durch einen Scharfzeichner kann dieser jedoch ausgeglichen werden (In diesem Falle um 20 %).

4:3 in Widescreen

Dies ist in der Tat ein aufwendiger Vorgang, doch für die Endlösung allemal wert. Gerade da das Breitbildformat das herkömmliche 4:3 Format ablöst, und “What a Witch” schließlich dem Standard entsprechen soll.

Trotzdem habe ich lange überlegt, ob ich nun skaliere oder Balken einsetze, und habe zuvor beide Methoden getestet und das exportierte Video angesehen. Die Angst um die Bildschärfe wurde mir genommen, da der Unterschied sehr minimal ist und so gut wie nicht zu unterscheiden ist.

Anmerkung:
Das Beispielbild zeigt die Schauspielerin Marama Corlett in der Rolle als Morgan.

“What a Witch” wird diesen Winter erscheinen. Vorab schon mal der Trailer (welchen ich mit der Schwarzen-Balken-Methode geschnitten habe, worauf ich erst zu der neuen Lösung kam):

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