Musikvideos ohne Schnitte
Wie schon in Abbitte - Schneiden in der Kamera berichtet, stellen sich Filmemacher immer wieder der Herausforderung, große Szenen in einem einzigen Take abzudrehen. Dem Cutter wird demnach einiges an Arbeit abgenommen (er muss ja gerade mal den Anfang mit der Klappe und das Ende mit dem laut rufendem “Cut” des Regisseurs abschneiden). Doch erfordern solche Szenen eine gut geplante Choreograpgie, wessen Planung oft tagelang geprobt wird und sich die Filmemacher die Zähne ausbeissen (z.b. Alfred Hitchcock, welcher an diesem Versuch maßgeblich scheitert).
In Spielfilmen wird dies immer wieder versucht (selbst in What a Witch habe ich dies für eine Szene versucht…und ist halbwegs geglückt).
Auch in Musikvideos wird “Schneiden in der Kamera”, wie es in Daniel Arijons Filmbibel Grammatik der Filmsprache genannt wird, immer wieder eingesetzt.
Ein herausragendes Beispiel ist meiner Meinung nach 1 2 3 4 von Feist. Ich selber frage mich hier: Wie ist das möglich? Was für ein Mörder-Dolly-mit-Kran-und-allem-drum-herum muss das gewesen sein! Beeindruckend finde ich die Kamera, wie sie vom Boden abhebt, und in 180° Drehungen sich wieder senkt:
Auch in Stay von Lisa Loeb wurde das komplette Video in einem Take gedreht. Regie führte hier kein anderer als Ethan Hawke. Stay befindet sich auf dem Soundtrack von Reality Bites, in der Ethan Hawke die Hauptrolle spielt. Alles eine Frage des Netzwerks und der Beziehungen!
In Stay war es wohl einer der grössten Herausforderungen, keine Schatten der Crew-Mitglieder auf die Wände der Räumlichkeiten zu werfen. Hier wurde offensichtlich Sport gemacht! Schön finde ich die Idee, wie Lisa Loeb das Bild nach links verlässt, die Kamera nach rechts schwenkt, und Lisa von rechts ins Bild kommt (2:09 - 2:16). Am Schatten von Lisa sieht man, was für einen Sprint sie da geleistet hat: Einmal um die gesamte Kamera und Crew herum gerannt:
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- Published:
- 28.01.09 / 2pm
- Category:
- Musikvideo
- Tags:
- Ethan Hawke, Feist, Lisa Loeb, Musikvideo, Schnitt
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